Kursteilnehmerinnen fragen mich häufig, wie Hormon-Yoga denn genau funktioniert und wie es sich von anderen Yoga-Formen unterscheidet.
Die folgende Geschichte einer Freundin ist ein gutes Beispiel, auf welche Weise diese therapeutische Yoga-Form ihre Wirkung entfalteten kann:
Meine Freundin Tine verwendete nach der Geburt ihres Sohnes eine Hormonspirale zur Verhütung. Diese musste sie nach einiger Zeit aus medizinischen Gründen wieder entfernen lassen. Daraufhin kam sie ganz abrupt im Alter von nur 44 Jahren in die Menopause, mit sehr heftigen Begleiterscheinungen. Vor allem Hitzewallungen machten ihr zu schaffen. Da sie selbst Yoga-Lehrerin ist, entdeckte sie recht schnell Hormon-Yoga für sich. Binnen zwei Wochen nach Beginn der Anwendung der täglichen Hormon-Yoga Übungsreihe, waren ihre Hitzewallungen und alle weiteren Begleiterscheinungen der Wechseljahre komplett verschwunden. Die Übungsreihe wendet sie seither 1-2 mal in der Woche an. Sie ist seither von weiteren Beschwerden weitestgehend verschont geblieben.
Was sind nun genau die „Techniken“ die hinter Hormon-Yoga stecken? Und warum funktioniert es so gut?
1. Atemtechniken: Hormon-Yoga ist eine therapeutische und dynamische Yogaform. Bei jeder Übung werden sehr intensiv besondere Atemtechniken angewendet.
So wird die Atemtechnik des Feueratems, genannt Bastrika, bei vielen Übungen praktiziert. Dabei wird der Bauchnabel bei jedem Ausatmen rhythmisch nach innen gezogen. Durch diese intensive Atemtechnik werden die inneren Organe und damit auch die Eierstöcke und die Nebennieren sanft massiert und angeregt Hormone zu produzieren.
Die zweite Atentechnik ist die Ujjayi-Atmung. Dabei werden die Stimmlippen in der Kehle leicht aneinander gelegt, so dass der Widerstand des Luftstroms ein typisches Geräusch beim Atmen entstehen lässt. Diese Atemtechnik dient speziell der Anregung der Schilddrüsenfunktion.
2. Spezielle Asanas für das Hormonsystem: alle Asanas, die im Hormon-Yoga geübt werden sind Körperhaltungen, die auch ohne die beschriebene Atemtechnik intensív auf Eierstöcke, Nebennnieren, Schilddrüse und Hypophyse einwirken.
3. Energielenkung / tibetische Technik: Am Ende jeder Übung in der Hormon-Yoga Reihe wird die „Energie“ im Köper gezielt zu bestimmten Drüsen gelenkt, entweder zur Schilddrüse, zur Hypophyse oder/und zu den Eierstöcken. Diese Form der Energielenkung kommt ursprünglich aus der tibetischen Tradition.
4. Yoga Nidra: Teil jeder Hormon Yoga Sequenz sind Yoga Nidra Einheiten. Hierbei wird allein durch Konzentration Energie zu verschiedenen Drüsen, also zu Eierstöcken, Schilddrüse und Hypophyse gelenkt.
5. Anti-Stress Übungen: lt. Dinah Rodrigues (s.u.) ist „Stress der Killer der Hormone“. Daher gibt es neben der Reihe von Übungen zur Anregung des Drüsensystems eine ganze Auswahl von Übungen, welche die Stresshormone aktiv regulieren. Diese können bei akuten Situationen im Alltag praktiziert oder regelmäßig angewandt werden.
In der Verbindung dieser fünf Techniken liegt das ganze Geheimnis der Wirkung des Hormon-Yoga und auch der Unterschied zu anderen Yogaformen.
Ist Hormon-Yoga für dich denn überhaupt das Richtige?
Nicht nur bei typischen Wechseljahresbeschwerden hilft Hormon-Yoga, sondern auch bei Migräne, unerfülltem Kinderwunsch und PMS durch die Stabilisierung des weiblichen Hormonsystems und damit des gesamten Zyklus.
Da deine Hormon-Drüsen durch Hormon-Yoga sehr stark angeregt werden, ist bei einigen Beschwerden jedoch Vorsicht geboten. So kann beispielsweise das Wachstum von Myomen durch Hormonyoga verstärkt werden. Auch bei anderen von dem Hormon Östrogen abhängigen Erkrankungen, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, bevor du mit der Hormon-Yoga-Praxis beginnst wird, wie etwa bei Tumoren oder auch bei Endometriose.
Wo kannst du Hormon-Yoga lernen und wie oft und wie lange solltest du Hormon-Yoga üben?
Es empfiehlt sich nicht die Übungsreihe anhand von Literatur oder Internet-Videos zu erlernen. Es ist wichtig, die Haltungen und Techniken sehr exakt nach Anleitung zu lernen und später auch in der Praxis auszuführen. Bei einem Kurs werden deine Haltungen und Techniken korrigiert und du hast auch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Unter Kurse+Veranstaltungen findest du aktuell stattfindende Shakti-Mond Hormon-Yoga-Kurse.
Sobald du die Übungsreihe erlernt und etwas Erfahrung darin gesammelt hast, dauert die Hormon-Yoga-Sequenz nur eine gute halbe Stunde. Zu Beginn ist es gut ca. 2 Wochen lang täglich zu üben. Danach reicht eine Praxis von ein bis zwei mal in der Woche.
Wer hat Hormon-Yoga entwickelt?
Die Brasilianerin Dinah Rodriges (Jg. 1927 (!) unten im Bild mit mir bei meiner Ausbildung in Berlin) hat die Therapie des Hormon-Yoga entwickelt, in einer Zeit in der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren als Allheilmittel galt, und daraufhin einige ihrer Freundinnen an Krebs erkrankten. Ihr Anliegen war und ist bis heute die Hormonproduktion im Körper auf eine natürliche Weise anzuregen. Sie hat die spezielle Form der tibetischen Energielenkung mit der Tradition des Hatha Yoga und des Kundalini Yoga zusammengebracht. Ihr Ziel dabei war, jeweils die effektivsten Haltungen, Atemtechniken und Konzentrationśbungen zu kombinieren, um daraus ein hocheffektives Programm zu erschaffen. Dies ist ihr gelungen, wie man an zahlreichen Berichten von Frauen nachlesen kann, denen Hormon Yoga geholfen hat.

