Wie die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha deine Persönlichkeit und deinen Körper prägen erfährst du in diesem Beitrag.
Jeder Mensch kommt mit einer einzigartigen Persönlichkeit und körperlichen Konstitution auf die Welt. Im Ayurveda wird diese Vikriti genannt. Unsere Vikriti wird von den drei Doshas – Vata, Pitta, Kapha– in unterschiedlichen Ausprägungen bestimmt.
Die reinen Dosha-Formen kommen in der Natur nahezu nicht vor, sie verdeutlichen jedoch deren Ausprägungen. Im Gegensatz zur westlichen Medizin wird in der Ayurveda Heilkunde ein Mensch entsprechend seiner individuellen Dosha-Zusammensetzung behandelt.
Aber was sind die drei Doshas?
Die drei Doshas werden von den fünf Elementen –Erde, Wasser, Feuer, Äther und Luft– also den Prinzipien der Natur bestimmt. Dabei wird jedes der Doshas besonders geprägt von der Wirkung zweier Elemente:
Kapha Dosha: Erde und Wasser
Das Kapha Dosha wird geprägt von den Elementen Erde und Wasser. Die Verbindung von Erde und Wasser in der Natur ist schwer, feucht und kalt.
Menschen mit einem ausgeprägten Kapha Dosha haben häufig einen eher gedrungenen Körperbau mit stabilen Knochen. Die Kapha Persönlichkeit bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Meist sind sie gutmütig und besonnen, aber auch träge und unflexibel.
Kapha ist das Dosha des Aufbaus, das strukturgebende Dosha. Unsere inneren Organe, die Knochen und festen Gewebe stehen in Zusammenhang mit dem Kapha Dosha. In unserer Kindheit und Jugend herrscht Kapha vor, da wir uns in der Aufbauphase unseres Lebens befinden.
Ein Übermaß an Kapha drückt sich daher aus in Übergewicht oder Verschleimung im Körper, wie z.B. Schnupfen. Immer dort wo zu viel Gewebe und auch Feuchtigkeit verbunden mit Kältezuständen vorhanden ist, ist das Kapha Dosha im Übermaß vorhanden.
Aber auch bestimmte Witterungseinflüsse können Kapha verstärken, wie die Nähe eines großen Sees, der Herbst und Winter oder das Vorhandensein von Nebel.
Pitta Dosha: Feuer und Wasser
Das Pitta Dosha wird bestimmt von den Elementen Feuer und Wasser. Deren Wirkung ist heiß und feucht.
Menschen mit einem ausgeprägten Pitta Dosha haben oft einen athletischen Körperbau und können leicht Muskeln aufbauen. Sie haben ein gutes Verdauungsfeuer. Pitta zeigt sich in Ehrgeiz und Durchsetzungswillen und ist enthusiastisch, mitreißend und engagiert. Menschen mit viel Pitta übernehmen gerne Führungspositionen, können aber zuweilen auch etwas rücksichtslos und egozentrisch agieren.
Es ist auf der Körperebene das Dosha, welches die Stoffwechselvorgänge, die Aufnahme und Umsetzung von Nährstoffen maßgeblich beeinflusst. Daher gilt Pitta das Stoffwechsel- oder auch Transformationsprinzip. Pitta ist unserer Lebensmitte am Stärksten, in unserem Erwachsenenalter.
Ein Übermaß an Pitta zeigt sich an zu viel Säuren in Körper, Entzündungssymptomatik und einem überhitzten Temperament. So kann sich ein Pitta-Überschuss in übersäuerten Magen äußern, in entzündlichen Hauterkrankungen, Rheuma o.ä. Immer wenn Hitze (also Feuer) und Säure (Wasser) im Spiel sind, ist Pitta im Übermaß vorhanden. Auch Wut und übermäßige emotionale Reaktionen deuten auf zu viel Pitta-Energie hin.
Sommer und starke Hitze stärken das Pitta-Dosha, weshalb Menschen mit sehr viel Pitta südliche und feucht-heiße Regionen meiden sollten.
Vata Dosha: Luft und Äther
Das Vata Dosha wird bestimmt von den Elementen Luft und Äther. Äther wird auch als das „alles durchdringende“ Element bezeichnet. Deren Wirkung auf den Organismus ist trocken und kalt.
Ein ausgeprägtes Vata Dosha zeigt sich in einem schlanken, feingliedrigen Körperbau, entweder von sehr kleiner oder ausgesprochen großer Statur. Vata zeigt sich in der Persönlichkeit in einem ausgeprägt regen, phantasievollen und wachen Geist. Manchmal scheint Vata etwas zu „schweben“, der Fokus liegt in geistigen oder spirituellen Themen, während rein „Irdisches“ zu kurz kommen kann. Auch ein starker Drang zu sprechen und sich kreativ auszudrücken deutet auf ein starkes Vata hin.
Vata Dosha steht für das Bewegungsprimzip und beeinflusst beispielsweise den Transport der Nahrung durch unsere Organe. Im Alter herrscht das Vata Dosha vor, denn dann trockeen Gewebe aus, der Körper verliert an Feuchtigkeit und Substanz.
Ein Übermaß an Vata Dosha bedingt degenerative Erkrankungen und Abbauprozesse, wie z.B. Osteoporose und Arthrose (hier ist auch Pitta oft erhöht). Auch Winde im Verdauungstrakt oder Verstopfung deuten auf einen Vata-Überschuss hin. So verstärkt Vata sich bei trockener Witterung und bei Wind.
Die persönliche Dosha-Zusammensetzung kann bei einer genauen Dosha-Bestimmung festgestellt erden. Diese erfolgt anhand unabänderlicher Körpermerkmale, wie die Beschaffenheit von Haut und Haaren, Knochenbau, Form von Händen, Nägeln, Mund, Augen, Nase etc.
Häufig vorkommende Kombinationen sind folgende, wobei das vorherrschende Dosha im Wortpaar an erster Stelle steht:
- Vata-Pitta und Pitta-Vata (Kapha jeweils gering ausgeprägt)
- Vata-Kapha und Kapha-Vata (Pitta jeweils gering ausgeprägt)
- Pitta-Kapha uns Kapha-Pitta (Vata gering ausgeprägt)
- Tridosha (alle Doshas im Gleichgewicht).
Wenn alle Doshas ähnlich stark vorhanden sind, wird dies als Tridosha-Konstitution bezeichnet. Auf Anhieb sind Tridosha Menschen etwas schwieriger zu erkennen, da das Gleichgewicht aller drei Doshas labil ist. Sie werden daher leicht mit den anderen Dosha-Konstitutionen verwechselt. Tridosha sind meist starke Persönlichkeiten und oft von robuster Gesundheit.
Im Laufe unseres Lebens kann sich unsere angeborene Grundkonstitution –Vikriti – durch Erlebnisse, negative Umwelteinflüsse, unpassende Ernährung, Bewegungsmangel, Belastungen, Stress usw. und die seelische Reaktion darauf verändern. Die erworbene Konstitution heißt im Ayurveda Pakriti. Ziel im Ayurveda ist es, die Vikriti wieder mit der Pakariti in Einklang zu bringen. Dies geschieht mit einer auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Ernährung, Bei stärkeren Beschwerden kommen noch Ayurveda-Massagen hinzu.
Du kannst also, falls dein Körper oder dein Inneres aus dem Gleichgewicht geraten ist, dieses z.B. mit einer abgestimmten ayurvedischen Ernährung wieder ausbalancieren.
Wie du dein Gleichgewicht wiedererlangen kannst, kannst du auch in meinem Artikel lesen, in dem ich über meine eigenen Erfahrungen schreibe. Hier gehts zum Betrag: Mein Erfahrungen mit ayurvedischer Ernährung pur.
Wie die drei Doshas deine Persönlichkeit und deinen Körper prägen, erfährst du beim ayurvedischen Ernährungs-Coaching: nach einer ausführlichen Bestimmung deiner Grundkonstitution und der genauen Analyse deiner Beschwerden, erhältst du als Ergebnis deinen individuellen Wohlfühlplan mit Rezepten, Nahrungsempfehlungen und Tipps für das tägliche Leben.
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Bei speziellen Fragen dazu, wie die drei Doshas deine Persönlichkeit und deinen Körper prägen oder konkreten Fragen zu Beschwerden, melde dich gerne direkt bei mir: [email protected].
