Kräuter + Ayurveda

Meine Erfahrungen mit ayurvedischer Ernährung pur

Schon vor meiner Ausbildung zur ayurvedischen Ernährungsberaterin habe ich mich bei Ayurveda Kuren in Indien und Sri Lanka mit dieser Ernährungsweise intensiv beschäftigt. Eine Zeit lang gelang es mir dann auch in Deutschland, die Empfehlungen der Ärzte umzusetzen. Doch früher oder später ließ meine Motivation leider nach, und alte Gewohnheiten kehrten zurück….

Weshalb ist es so schwierig auf Dauer die Ernährung umzustellen?

Eine neue Ernährungsform dauerhaft in den gewohnten Lebensstil zu verankern, ist aus verschiedenen Gründen nicht leicht. Groß sind einerseits die Verlockungen durch „konventionelles“ europäisches Essen, wie z.B. Pasta, Pizza mit Salat oder Spätzle mit Fleisch sowie Eis, Kuchen usw. Von klein auf sind wir bestimmte Ernährungsformen gewohnt, die dadurch eng mit unserem Belohnungssystem im Gehirn verknüpft wurden.

Ebenso ist es anstrengend, beispielsweise in Gesellschaft, ernährungsmäßig immer aus der Reihe zu tanzen. Wenn du berufstätig bist, lässt dir dein Leben vielleicht auch nicht viel Zeit, ein großes Aufhebens um das Essen zu machen. Eine warme Mahlzeit mittags ist da manchmal schon die Ausnahme. Wenn du Familie hast, darfst du bei deinen Lieben zudem noch Überzeugungsarbeit leisten.

Was war mein Antrieb und wie habe ich es geschafft?

Zunächst hat mich die Idee des Verdauungsfeuers -im Ayurveda „Agni“ genannt- fasziniert und in seiner Wirkungsweise im Organismus überzeugt. Als ich dann meine „Vikriti“- meine angeborene Konstitution- kennenlernte und mich darin wiederfinden konnte, reifte in mir der Ansporn, mich auf die ayurvedischen Ernährungsprinzipien im Alltag für längere Zeit einzulassen. Als anfängliche Zeitspanne wählte ich genau 100 Tage.

100 Tage sind ein perfekter Zeitraum. Warum?

Einerseits sind 100 Tage eine absehbare Experimentier-Zeit. Gute drei Monate- das ist nicht ewig. Beispielsweise lassen sich diese gut als Frühjahrskur deklarieren, vielleicht auch deiner Familie gegenüber.

100 Tage sind vor allem aber immer dann der perfekte Zeitraum, wenn du neue Gewohnheiten erfolgreich in dein Leben integrieren möchtest. Durch die tägliche Wiederholung bestimmter Abläufe, Ernährungsweisen oder Yogaübungen über insgesamt 100 Tage, kann sich deren Wirkung nachhaltig entfalten und dauerhaft einen Platz in deinem System einnehmen. Diese Zeit solltest du dir also unbedingt einräumen, gönnen und auch durchhalten. Danach erst wirst du erkennen, was neue Gewohnheiten dir gebracht haben.

Was bedeutete die Umstellung auf ayurvedische Ernährung konkret?

Für mich bedeutete dies, dass ich seitdem täglich meinen Morgen mit warmem Wasser beginne, das für 10-15 Minuten auf dem Herd geköchelt hat. Einen viertel bis halben Liter trinke ich schluckweise, entweder beim Morgenyoga oder auf dem Weg zur Arbeit.

Mein Frühstück besteht etwas später aus einem warmen Brei aus Hafer, Hirse, Buchweizen o.ä. mit verschiedenen Gewürzen, je nach Lust, Laune und körperlicher Verfassung. Nüsse, Trockenfrüchte und Obst werden dabei ebenfalls mit gedämpft. Diesen Porridge bereite ich mir morgens nach dem Aufstehen zu, während das Wasser köchelt und fülle ihn in ein Thermogefäß, damit ich ihn später warm genießen kann.

Mittags nehme ich meine Hauptmahlzeit mit einem Anteil aus tierischem oder pflanzlichem Eiweiß zu mir, meist mit etwas Rohkost-Salat und immer mit Gemüse. Der Eiweißanteil kann z.B. Kichererbsen-Hummus sein oder andere Hülsenfrüchte, Fisch, selten auch mal Ei oder etwas Käse.

Abends gibt es dann meist nochmals Gemüse, gebraten, gedämpft oder aus dem Ofen, manchmal mit einer Beilage aus vollwertigem Getreide, Vollkornnudeln oder Reis. Auch eine wärmende Suppe gibt es öfters mit etwas geröstetem Brot. Den Rest des Gemüses nehme ich am nächsten Tag mit zur Arbeit und ergänze dieses mit einer proteinreichen Beilage (s.o.).

Vor dem Zubettgehen genieße ich meine abendliche Gewürz-Milch (aus Soya oder Mandeln) gesüßt mit Datteln und mit ayurvedischen Gewürzen und Pflanzenauszügen, die auf meine Konstitution abgestimmt sind.

Was hat sich verändert?

Nach mehr als 100 Tagen ayurvedischer Ernährung merke ich viele positive körperliche Veränderungen, die der Anlass sind hier zu schreiben und diese mit dir zu teilen.

Seit Jahren plagt mich den ganzen Sonmer über Heuschnupfen, da ich auf Gräser und Getreidepollen allergisch reagiere. Nach den ersten 4 Wochen mit ayurvedischer Ernährung war mein Heuschnupfen dann plötzlich verschwunden!
Darüber hinaus habe ich in den 100 Tagen ca. 3 kg Gewicht verloren.
Seit ich abends bewusst einen ballaststoffreichen Kohlenhydratanteil esse und mir eine goldene Milch vor dem Schlafengehen gönne, schlafe ich durch und wache morgens erholt vor dem Wecker auf. Auch psychisch fühle ich mich ausgeglichener als zuvor.

Da ich sehr gerne am Wochenende mit meine Partner spät „brunche“ habe ich mittlerweile Ausnahmetage eingeführt, jedoch maximal einen bis zwei Tage pro Woche. Auch der Brunch an sich ist „ayurvedischer“ geworden. Ich mische nicht mehr wahllos verschiedene Proteine, wie Fisch, Eier und Käse durcheinander. Häufig essen wir stattdessen leckere vegane Aufstriche mit frischen heimischen Kräutern auf getoastetem Vollkornbrot und etwas Olivenöl.

Auf diese Weise habe ich mein persönliches Gleichgewicht in meiner Ernährung entdeckt mit frischen gesunden Lebensmitteln, meist auf pflanzlicher Basis, aber immer mit höchstem Genuß!

Interessieren dich Rezepte für bürotaugliche Mahlzeiten auf Basis ayurvedischer Ernährung ? Dann schreib mir gerne per E-mail. Du bekommst diese gratis von mir zugeschickt.