Teeritual für inneren Frieden
Kräuter + Ayurveda

Achtsamkeit im Alltag – „In einer Teeschale ist immer Frieden“

Wie erreiche ich mehr Achtsamkeit im Alltag? Auf welche Weise kann ich kleine Rituale gestalten, in denen mein Geist zur Ruhe kommen kann? Die japanische Zen-Weisheit über den „Frieden in einer Teeschale“ hat es mir diese Woche besonders angetan. Wie oft nehme ich mir wirklich einen Moment des Innehaltens, ein paar Minuten Zeit, um eine Tasse Tee zuzubereiten und in Stille zu genießen?

Stattdessen fühle ich mich häufig getrieben von den tausend Aufgaben, die scheinbar darauf warten schnellstens erledigt zu werden. Hetzt auch du oft durch dein Leben und hast sogar noch am Wochenende eine Todo-Liste? Und falls es gerade keine Todos gibt, wird Sport gemacht, oder es geht zumindest raus an die frische Luft, um möglichst sinnvoll die kostbare Freizeit zu verbringen.

Natürlich genieße ich Freizeitaktivitäten und auch meinen Cappuccino oder Tee am Morgen. Aber allzu oft lenke ich mich dabei selbst vom Genuss ab. Ich unterhalte mich, beginne am PC zu arbeiten, lese oder schreibe Nachrichten. Meine Gedanken wandern von hier nach da. Im Alltag fehlt mir häufig die Achtsamkeit. Nur nebenbei sind meine Sinne auf das tatsächliche Erleben und Genießen, z.B. meines warmen Getränkes gerichtet.

Der Weg des Tees
Im Hier und Jetzt ankommen, ist Teil des „Weges des Tees“. Bei der japanischen Teezeremonie folgt jeder Schritt einem genauen Ritual, um Achtsamkeit im Moment zu ermöglichen.

Die Geschichte der japanischen Tee-Zeremonie
Tee, ob schwarz, weiß oder grün stammt urprünglich aus China. Schon früh etablierte sich dieser auch in Japan als Getränk. Dort begannen Samurai mit der Zubereitung von Matcha-Tee. Daraus bildete sich Schritt für Schritt das Kulturgut, das wir heute Teezeremonie nennen. Hierbei handelt es sich um ein komplexes Ritual, mit einer festgelegten Abfolge von Handlungen und Bewegungsabläufen. Dem Weg des Tees liegt eine eigene Philosophie zugrunde. Diese folgt den Werten und der Ästhetik des Zen-Buddhismus. Der bedeutende Teemeister Sen no Rikyu legte hierfür im 16. Jahrhundert mit seinem Leitfaden die vier grundlegenden Prinzipien für den Weg des Tees fest: Reinheit, Stille, Respekt und Harmonie.

Die Gäste, die einer klassischen Teezeremonie beiwohnen dürfen, verhalten sich äußerst achtsam und respektvoll. Anstelle einer Gesprächsrunde bietet die Zeremonie Gelegenheit zur inneren Einkehr. Auch die Jahreszeiten sind Teil des Rituals. Die Teilnehmer gelangen auf einem Pfad durch einen japanischen Garten zum Teehaus. Dies ist ein speziell für diese Zeremonie gestalteter Ort. Hierbei erhalten die Besucher Gelegenheit, die Natur und den Lauf der Jahreszeiten zu betrachten. Bei der eigentlichen Zeremonie, die bis zu vier Stunden dauert, werden Süßigkeiten und Kuchen gereicht. Deren Farben entsprechen den jahreszeitlichen Farben in der Natur. Sogar die Größe und Art der Feuerstelle sowie des Kessels und die Teeschalen sind an die Jahreszeit angepasst. So werden im Winter tiefe und gröbere Schalen gereicht. Hingegen wird im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte, der Tee in feinem weißen Porzellan mit floralem Muster serviert.

Mein tägliches Ritual des Tees
Welche Qualität, so frage ich mich, hätte mein Leben, wenn ich eine kleine tägliche Teezeremonie in meinen Alltag etablieren würde und damit mehr Achtsamkeit? Ich nähme mir zumindest einmal am Tag die Zeit, Wasser aufzusetzen und bewusst eine schöne Schale zu wählen. Meinen duftenden Lieblingstee würde ich in loser Blattform aufgießen. Auch das Ziehen des Tees wäre Teil des Rituals. Währenddessen hätte ich Zeit aus dem Fenster zu schauen oder auf dem Balkon zu treten. Ein paar Momente lang könnte ich mit den Jahreszeiten in Kontakt zu treten. Daraufhin würde ich in aller Stille den Tee genießen, ganz ohne Ablenkung.

Diese Vorstellung fühlt sich wunderschön entspannt und wohlig an. Das Gute daran, sie kostet nicht einmal viel Zeit. Und so habe ich nun wider Erwarten einen Vorsatz für 2022 gefasst: eine tägliche kleine Teezeremonie. Dadurch kreiere ich im Alltag ein paar stille Minuten ganz für mich alleine, damit der Frieden Zeit hat, in meinem Herzen zu wachsen.

Wenn du dich für den Weg des Tees interessierst, habe ich hier einen Buchtipp für dich: Das Buch vom Tee von Kakuzo Okakura.

Regelmäßig finden z.B. in Düsseldorf japanische Teezeremonien statt.

Hast du Interesse an Tees mit Heilkräutern und Blüten, entsprechend deiner individuellen Konstitution? Hierfür biete ich Heilkräuter-Beratungen und Workshops an. Mehr Infos dazu über [email protected].