Kräuter + Ayurveda

Johanniskraut – heilendes Rotöl selbst herstellen

Möchtest du ein heilendes Öl ganz einfach aus natürlichen Zutaten herstellen, das dir bei Muskel- und Gelenkproblemen hilft? Dann erfährst du hier mehr über Johanniskraut und wie du heilendes Rotöl daraus herstellen kannst.

Johanniskraut ist die Pflanze, die am meisten Sonnenlicht speichert und bis in den Winter bereit hält. Gleichzeitig macht sie jedoch auch empfindlich gegenüber Sonnenlicht, wenn du zum Beispiel Johanniskraut-Tee zu dir nimmst. Nicht umsonst gilt Johanniskraut als stimmungsaufhellend und kann bei depressiven Verstimmungen oder auch gegen Winterblues helfen. Der Tee oder andere Johanniskraut – Präparate sollten daher nicht verwendet werden, wenn du viel in der Sonne bist. Daher verwende ich den Tee gerne im Winter, v.a. wenn die Tage am dunkelsten sind, So kann ich in der dunklen, kalten Jahreszeit auf die gespeicherte Sommersonne als Heilkraut zurückgreifen.

Der Sommer ist deswegen natürlich auch die Zeit im Jahr, um das Johanniskraut zu sammeln und haltbar zu machen. Du kannst das Kraut mit Blüten kleinschneiden und trocknen oder aber, worum es heute geht, in Öl einlegen. Auf diese Weise erhältst du nämlich auf ganz einfache Weise ein wunderbares wärmendes rotes Öl aus dem wunderbaren Johanniskraut, Rotöl genannt.

Die Wirkung von Rotöl umfasst eine große Summe an Anwendungsmöglichkeiten.
So hilft es gegen Verbrennungen, Sonnenbrand und Mückenstiche, aber es ist auch ein wunderbares Schmerzöl bei Muskel- und Gelenkproblemen, bei Blutergüssen, Prellungen, Hexenschuss, Gürtelrose, rheumatischen Beschwerden, Verstauchungen, Zerrungen und zur Behandlung von Narben. Es wirkt wundheilend, leicht erwärmend, vor allem aber sehr stark entzündungshemmend.

Das Öl kannst du sehr einfach herstellen, indem du gerade jetzt es in der Mitte des Sommers, am besten um den Johannistag herum Johanniskraut sammelst. Denn dann ist die Zeit um die Sommersonnewende. In dieser Zeit hat die Pflanze die höchste Sonnenenergie durch den Höchststand der Sonne im Jahr gesammelt.

Wie wird nun daraus Rotöl hergestellt?

Du brauchst dafür:
– eine Glasgefäß/-flasche mit (Schraub-)Verschluss
– frisch gesammeltes Johanniskraut
– Mandelöl

Zubereitung:
Du schneidest das Johanniskraut mit Blüten, Blättern und Stängeln klein und füllst es in durchsichtiges Glasgefäß und gießt es mit Öl auf, bis es ganz bedeckt ist. Ich verwende hierfür gerne Mandelöl, da dieses wenig Eigengeruch hat und ein sehr leichtes Öl ist, das für alle Hauttypen geeignet ist.
Die Flasche stellst du an einen hellen Platz auf dem Fenstersims, am Besten mit Sonnenlicht. Jeden Tag schüttelst du den Inhalt in leicht kreisenden 8er Bewegungen, so dass die Pflanzenteilchen sich im Gefäß immer wieder neu verteilen. Nach ca. vier – acht Wochen ist das Öl reif.
Erkennen kannst du dies an seiner rötlichen Farbe. Jetzt wird es ganz einfach über ein feines Sieb abgegossen. Wenn du es klar magst, kannst du es auch noch durch einen Teefilter gießen.

Das Öl ist mindestens ein Jahr haltbar. Ich verwende es gerne pur. Du kannst aber auch kleinere Mengen davon abfüllen und ein paar Tropfen ätherische Öle zusetzen. So eignet sich besonders als Muskel- und Entspannungsöl v.a. Fichtennadel, Zirbe, Wacholder und Lavendel.

Wenn du noch mehr über Heilkräuter und deren Verwendung erfahren willst, findest du hier aktuelle Veranstaltungen und Workshops.