Kräuter + Ayurveda

Italien, Kräuter und das süße Nichtstun wieder entdecken…


La dolce fare niente- das süße Nichtstun und neue Rezepte mit Kräutern: all dies konnte ich derletzt in Italien neu für mich entdecken.

Dem süßen Nichtstun zu frönen ist eine Beschäftigung, die in Italien nicht nur am Strand erfolgreich praktiziert werden kann. Überall auf öffentlichen Plätzen befinden sich Treppen und Bänke. Diese laden ein zu verweilen, zu picknicken, die Vorbeiziehenden zu betrachten oder einfach zu entspannen.

Auf Reisen bin ich gerne wegen all der wunderbaren Inspirationen für meinen Alltag. Meist versuche ich zu erspüren, welches Lebensgefühl ein Land in mir anspricht. Auf das, was mir daran besonders gefällt, möchte ich zuhause dann meinen Fokus noch mehr setzen. 

Neben der großartigen historischen Bausubstanz mit ihrem morbiden Charme, innovativem und zugleich klassischem Möbel- und Lichtdesign, unzähligen Kunst-Highlights, den zahlreichen stilvoll und zugleich leger gekleideten Menschen, gefällt mir an Italien vor allem die gelassene Lebensart. Dies trifft jedoch leider nicht auf das Autofahren zu, aber das ist ein ganz anderes Thema…

Zurück zur italienischen Lebensart, abseits der Autostrada: Jeder Morgen beginnt in Italien kommunikativ an einer Cafe-Bar. Im Stehen wird ein Cappuccino oder ein Espresso mit einer süßen Kleinigkeit zum Frühstück genossen. Auch nimmt man sich in Italien noch die Zeit für ein langes Mittagessen. Stundenlang kann dieses mit der Familie andauern, sei es zu besonderen Anlässen oder an den Wochenenden.

Der Fokus liegt auf Kommunikation und Genuss. Überhaupt spielt das Essen und Trinken in Italien eine überaus große Rolle. In Restaurants ist es beispielsweise völlig normal Sonderwünsche zu äußern oder sich nach der Zubereitungsweise eines bestimmten Gerichtes zu erkundigen. Anders als in Deutschland, erntet man dort nicht genervte Antworten, sondern hier ist der Gast tatsächlich noch König und soll zufrieden, wenn nicht sogar glücklich beim Essen sein.  

Vor Allem in Restaurants in etwas abgelegeneren Gegenden, wie in Umbrien oder den Marchen wird noch mit Herz gekocht und serviert. Dort findet man Unterkünfte in alten Steinhäusern, welche auch mal an sehr abenteuerlichen Zufahrtswegen liegen können. Diese ruhigen Orte, abseits touristischer Pfade, sind genau das Richtige, um die Seele wirklich baumeln zu lassen. In urwüchsiger Natur, in einem alten Landhaus, habe ich dann auch zufällig einen Slow-Food Atlas für Kräuter entdeckt und mich sofort damit vergnügt.

Italien ist nicht von ungefähr das Land der Slow-Food-Bewegung. Das Kochen mit regionalen und saisonalen Zutaten begann als Restaurant-Konzept seinen Siegeszug im Piemont. Die Schnecke, das Logo der Slow-Food Bewegung, ist das Sinnbild für das bewusste Zubereiten mit Muße und das Essen und Genießen in Ruhe. Die saisonalen Zutaten sollen schonend zubereitet werden und von lokalen Erzeugern stammen. Als Gegenpol zu Fast-Food finden sich die Werte von Slow Food auch die ayurvedische Lebensweise. Und so bin ich happy, dass sich hier der Kreis für mich schließt zwischen ayurvedischer Ernährung und der von mir so geliebten italienischen Küche und Lebensart.

In der italienischen Ausgabe des Slow-Food Buches „Atlante gastronomico delle erbe“ von Andrea Pieroni wurden neben Kräuterportraits auch zahlreiche Rezepte mit in Italien (und oft auch bei uns) heimischen Kräutern vorgestellt, z.B. gebratener Fisch mit Giersch. Diese ließen mein „Kräuterherz“ natürlich höher schlagen und so habe ich mir das Buch bestellt. Da nicht jeder italienisch kann, werde ich, sobald ich ein paar Rezepte ausprobiert habe, hier darüber berichten.

Schon bei der Erstellung meiner Brennessel-Rezepte im letzten Jahr habe ich mich von der italienischen Küche inspirieren lassen. So findest du unter meinen Rezepten auch eines für Gnocchi mit Brennesseln.
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Weitere Informationen zu Wildkräuterwanderungen am Bodensee, Ayurveda-Kursen usw. findest du Unter Kurse + Veranstaltungen und weitere Rezepte unter Ayurveda + Kräuter.

Brennnessel-Gnocchi aus „meine 10 besten Brennessel-Rezepte“

Übrigens: die Italiener haben in der EU eine der höchsten Lebenserwartungen… und das kommt bestimmt vom Genießen 😉