Überall an Bächen oder auf Feuchtwiesen blüht sie zurzeit: die honigsüß duftende Pflanze mit dem Namen Mädesüß- unsere heimische Vanille. Mutmaßlich geht der Name auf den süßen Duft zurück, den diese schöne Pflanze bei der Mahd verströmt oder auch auf den Met, den Honigwein unserer germanischen Vorfahren, dem gerne Mädesüß als Aroma beigegeben wurde.
Mit ihren feinen, buschigen Blütenspieren und den cremefarbene, zarte Blüten, die im Wind Blütenstaub und Duft verströmen, ist diese Pflanze ein echter Hingucker. In Frankreich wird sie „reine-des-près“ bezeichnet, also als Wiesenkönigin. Der Name passt genau, finde ich, zu dieser schönen, aufrecht stehenden Pflanze, welche häufig mit ihren fluffigen „Blütenwedeln“ andere Pflanzen in ihrem Umfeld überragt.
Die Heilwirkung von Mädesüß war schon den Germanen bekannt. Die in den Blütenspieren enthaltene Salycilsäure macht Mädesüß zu einem wirksamen Schmerzmittel. Genau diese Spieren und deren Inhaltsstoff waren die Grundlage für unser heute gängigstes Schmerzmittel Aspirin. Hieraus wurde zunächst die Grundsubstanz für Aspirin gewonnen, die darin enthaltene Salycilsäure.
Doch nicht umsonst bin ich ein Fan der Heilkräuter. Jedes Kraut hat so unsagbar viel mehr Vitalstoffe als eine Tablette mit chemisch erzeugten Inhaltsstoffen. Denn neben dem hohen Gehalt schmerzstillender Salycilsäure sind im Mädesüß Flavonoide, Gerbsäuren und ätherische Ölen enthalten. Flavonoide beispielsweise senken u.a. das Risiko für Krebs- und Herz- sowie Kreislauferkrankungen und können den Blutdruck und das Immunsystem regulieren.
Angewandt wird das Mädesüß in der Kräuterheilkunde häufig gegen Kopfschmerzen. Durch die enthaltenen Gerbsäuren kann es auch gegen Durchfall eingesetzt werden. Auch gegen rheumatische Erkrankungen und Gelenkschmerzen und Gicht wird es empfohlen.
Mädesüß als Tee
Du kannst dir z.B. ganz einfach einen Mädesüßtee aus den Blüten kochen. Auch getrocknete Blüten sind hierfür geeignet. Für den Tee nimmst du ca. 3 Teelöffel getrocknete fein zerriebene Blüten oder 1-2 EL frische Blüten auf einen halben Liter Wasser. Die Blüten mit kochendem Wasser aufgießen und 5-10 Minuten bei geschlossenem Deckel ziehen lassen.
Mädesüßtee wirkt ähnlich wie Holunderblütentee oder Lindenblütentee schweißtreibend und fiebersenkend. Du kannst ihn daher gut bei beginnender Erkältung verwenden. Auch kann er bei leichten Gelenkbeschwerden hilfreich sein. Darüber hinaus wird Mädesüß auch eine beruhigende Wirkung zugeschrieben.
Das Aroma im Duft und Geschmack von Mädesüß ist irgendwo zwischen Vanille und Marzipan. Wenn du die Blüten und die grünen Blätter zerreibst entsteht ein unverwechselbarer Geruch. Ich beschreibe diesen den Teilnehmern meiner Kräuterwanderungen immer gern als „Hansa-Plast“ Geruch. Tatsächlich prägt sich dieser augenblicklich ein und die Pflanze wird dadurch unverwechselbar.
Gerne sammle ich Mädesüßstengel und stelle diese zunächst in Vasen oder einzeln in Glasflaschen, um meine Räume damit zu dekorieren und zu aromatisieren. Denn der Duft hebt meine Stimmung augenblicklich. Ich kann es nicht erklären, aber Mädesüß- unsere heimische Vanille- stimmt mich sofort fröhlich, sobald ich diese Pflanze irgendwo in freier Natur sehe oder auch bei mir zuhause habe.
Auch kannst du die getrockneten Stengel und Blüten verwenden, um deine Räume zu räuchern und eine gute Atmosphäre darin zu erzeugen. Mädesüß schafft eine entspannte, friedliche Stimmung und öffnet das Herz.
In der französischen Küche bekannt, spielt das Mädesüß- unsere heimische Vanille bei uns kaum eine kulinarische Rolle. Aber vielleicht ändert sich dies ja bald? Denn nächste Woche möchte ich dir ein Dessert mit Mädesüß vorstellen.
Möchtest du Mädesüß in der Natur kennenlernen und sammeln so dass du es in Zukunft ganz einfach erkennen kannst? Dann komm zu einer der Shakti-Mond Kräuterwanderungen nach Überlingen.
Hier unter Kurse+Veranstaltungen findest du aktuelle Termine.
Ich freue mich darauf, dich kennen zu lernen!

Mädesüß verzaubert auch deine Räume und schenkt eine gute Atmosphäre.
