Lebkuchengewürze voller Heilkraft
Kräuter + Ayurveda

Leb! Kuchen- welche Heilwirkung in unseren Weihnachtsgewürzen steckt

Lebkuchen oder vielmehr Honigkuchen gab es schon im alten Ägypten. Diese fand man als Grabbeigaben und sollten als Wegzehrung für die Verstorbenen auf dem Weg ins Jenseits dienen.
Später wurden Lebkuchen in den Küchen europäischer Klöster gebacken und als Medizin an Apotheken verkauft. Sie enthielten als Hauptzutaten neben Honig auch Gewürze, welche als Medizin galten. Das Wort „Leb“ kommt in dem Zusammenhang übrigens nicht von „Leben“, wie man meinen könnte, sondern mutmaßlich von dem Wort „Laib“, also entsprechend einem Laib Brot.

Alle Gewürze unserer heutigen klassischen Lebkuchenrezepte haben seit jeher einen hohen Stellenwert in der Heilkunde. Aber auch in der Ayurveda Medizin finden wir alle Lebkuchengewürze mit ihrer Heilwirkung wieder.

Welche Gewürze sind typische Lebkuchengewürze?

Viele der bei uns gebräuchlichen Weihnachtsgewürze stammen nicht aus Europa und hielten dennoch Einzug in unser klassisches Weihnachtsgebäck. Allen voran sind dies: Zimt, Kardamom, Gewürznelken, Koriandersamen, Anis, Sternanis, Muskatblüte und Orangenschale.

Die meisten der genannten Gewürze stammen aus tropischen Ländern. Diese finden seit Jahrhunderten Verwendung in unserer Küche und in der traditionellen Medizin. Aufgrund ihrer wertvollen Eigenschaften, insbesondere ihres intensiven Aromas und ihrer medizinischen Anwendungen, wurden diese Gewürze auch zu einem begehrten Handelsgut in der Geschichte.

Welche besonderen Heilwirkungen haben Lebkuchengewürze?

Die typischen Weihnachtsgewürze haben nachgewiesene Heilwirkungen. Besonders verdauungsfördernde, entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften werden sogar allen den genannten Gewürzen zugeschrieben.

Den Gewürzen Zimt, Kardamom und Koriander wird zudem wissenschaftlich bescheinigt, dass diese sich günstig auf den Cholesterinspiegel auswirken können, indem sie das schädliche LDL Cholesterin senken. Ebenso wirken diese stabilisierend auf den Blutzuckerspiegel, indem sie die Insulinempfindlichkeit verbessern und gelten damit als vorbeugend gegen Diabetes Typ 2.

Als besonders schmerzstillend gelten Gewürznelken und Sternanis. Sternanis, der ursprünglich aus Ostasien stammt soll sich dabei besonders positiv auf Gelenkschmerzen auswirken. Aber auch gegen Menstruationsbeschwerden helfen Gewürznelken und Anis.

Antimikrobiell, d.h. hemmend auf Bakterien, Viren und teilweise auch Pilze wirken ebenfalls Nelken, Sternanis, Anis aber auch Kardamom.

Kardamom, Zimt, Sternanis und Anis helfen zudem auch bei Atemwegserkrankungen indem sie Schleim lösen oder die Atemwege öffnen können.

Koriander und dem Aroma von Orangenschalen wird eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem zugeschrieben, während die Muskatblüte auch als Aphrodisiakum gilt.

Um von den guten Eigenschaften der Gewürze auch außerhalb der Lebkuchensaison häufig zu profitieren und dabei jedoch auf Zucker zu verzichten, mache ich mir häufig einen aromatisch duftenden Lebkuchen-Porridge.

Dieser leckere Porridge ist ein ideales Frühstück, da die Gewürze neben dem beschriebenen gesundheitlichen Mehrwert obendrein auch noch unheimlich lecker sind.

Im Ayurveda gelten die Gewürze Kardamom, Nelken, Anis, Sternanis als wärmend für den Körper und sind damit ideal für die Vata Zeit, also für dem Winter.
Zimt gilt als sehr erhitzend und sollte bei Pitta- Konstitutionen oder Pittazuständen, d.h. bei allen Anzeichen von viel Hitze oder entzündliche Prozessen im Körper lieber nicht verwendet werden.

Auch ist darauf zu achten, dass der Zimt aus Cylon stammt. Es sollte kein Cassia- Zimt verwendet werden, da dieser mehr Cumarin enthält, welches ab einer bestimmten Menge toxisch für den Körper sein kann.

Aber nun viel Spaß beim Zubereiten und Genießen des duftenden Lebkuchen-Porridges.

Rezept Lebkuchen-Winter-Porridge

Zutaten für zwei Personen
– 2 Teelöffel Ghee
– 6 El feine Haferflocken
– 1/2 Teelöffel Anissamen 
– 2 Sternanis
– je 1/2 gestrichenen Teelöffel folgender fein gemahlener Gewürze: (Zimt), Nelken, Kardamomsamen, (Muskatblüte, auch Macis genannt), Koriandersamen
– abgerieben Schale von 1/2 Orange
– Saft von einer halben Orange
– pflanzliche Milch (Hafer, Mandel oder Soja)
– 2 EL gemahlene Mandeln
– 1 Teelöffel Kakao
– 5-6 klein geschnittene Datteln

Zubereitung

Das Ghee in einem kleinen Topf erhitzen, Sternanis und Anis hinzufügen und kurz anrösten.
Als nächstes die übrigen Gewürze, die Mandeln und die Haferflocken zugeben und kurz umrühren. Mit Pflanzenmilch aufgießen und zum Kochen bringen.
Die geschnittenen Datteln zufügen und bei geschlossenem Deckel und kleiner Flamme ausquellen lassen. Ggf. noch etwas weiterere Pflanzenmilch zugeben,

Zum Schluss mit Orangenschale und Orangensaft schmecken, in kleine Schalen geben, mit Kakao ein paar Mandeln und weiteren Gewürzen bestreuen und servieren.

Guten Appetit!

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Foto oben von Olia Danilovic /Pexels über Canvas, Foto unten von Tary Elliot /Pexels über Canvas.