Kräuter + Ayurveda

Herbstnahrung- Stärke dein inneres Feuer

Mit welcher Herbstnahrung du jetzt dein inneres Feuer stärkst und damit für den Winter vorsorgst, erfährst du in diesem Beitrag.

„Endlich“, so denke ich heute, an einem der ersten kühlen Herbsttage diesen Jahres, „ist der Sommer vorbei!“ Die Blätter färben sich langsam gelb, rot und braun, Wolken ziehen durch das Land und mit jedem Tag wird es kühler. Der Winter schleicht sich an, wenn auch sehr, sehr langsam.

In der ayurvedischen Lehre gilt der Herbst als Zeit des Umschwungs in der Natur aber auch für den Körper. Die Kräfte der Pflanzen ziehen sich nun Stück für Stück in die Wurzeln zurück. Die Kraft geht nach innen und unten.

Jetzt ist auch für mich eine gute Zeit, meine Wurzeln zu stärken, und mich zu fragen, was mich nährt– welche Lebensmittel, aber auch im übertragenden Sinne, welche „Nahrung“ in anderen Lebensbereichen? Was wärmt mich, was ist für mich jetzt voller wertvoller Inhaltsstoffe? Ich denke dabei auch an meine Freizeit, Bücher, Fernsehsendungen, all das was ich „konsumiere“.

Auf meinem Teller landen zur Zeit besonders häufig rote und orangene Wurzelgemüse, wie Karotten, Süßkartoffeln, rote Beete aber auch Kürbisse und Auberginen. Warum das so ist, erfährst du gleich…

Im Ayurveda symbolisiert der Herbst den Umschwung von Pittazum Vata-Dosha. Mit den ersten Nachtfrösten nimmt das Vata in der Natur dann sogar drastisch zu. Dann beginnt die trockene Zeit des Winters, der mit seiner Kälte austrocknet. Die Folgen für den Körper können dann sein: Schlafstörungen, Verspannungen, rheumatische Beschwerden, unregelmäßige Verdauung, Gelenk- und Knochenschmerzen.

Um diesen Symptomen vorzubeugen, ist die Ernährung in der Umstellungsphase des Herbstes im Ayurveda besonders wichtig. Die Auswahl der Nahrungsmittel dient dazu, das Verdauungsfeuer intensiv anzuheizen. Gelingt dies, kann der Körper in den Tagen ab den ersten Frösten genügend innere Wärme bereitstellen.

Welche Speisen und Nahrungsmittel heizen das Verdauungsfeuer besonders gut an?

Vor allem gut gewürzte, warme Gerichte und nahrhafte und kalorienreiche Speisen sind optimal für den Herbst und stärken Agni -wie das Verdauungsfeuer im Ayurveda genannt wird- besonders gut.

In dieser Zeit werden folgende Gerichte und Nahrungsmittel empfohlen: warme Quinoa-, Dinkel- und Reisgerichte, Nüsse, Kürbisgerichte, Auberginen-, Knollen- und Wurzelgemüse, Kartoffeln, v.a. aber Suppen, Eintöpfe, wie Mungobohnen- und Gemüseeintöpfe. Alle Speisen werden in dieser Zeit mit viel Gee zubereitet. Auch warme Milchprodukte (z.B. heiße Milch mit darin gekochten süßen Gewürzen, wie Kardamom, Fenchel, Sternanis und Dattelsüße) sind eine wärmende Zwischenmahlzeit. Ab und zu ein wenig Fleisch oder Fisch in kleinen Mengen kann im Herbst eine wertvolle Ergänzung sein, sofern dir danach ist.

Welche Nahrungsmittel und Speisen sind im Herbst hingegen zu meiden?

Bittere, herbe und scharfe Speisen gilt es jetzt, also ab Anfang Oktober zu meiden. Auch große Mengen an Rohkost, Obst oder Salate können das innere Verdauungsfeuer beeinträchtigen, ebenso wie Kohlgerichte. Fasten ist ebenfalls im Herbst keine gute Idee. Auch viel Saures oder generell mit Zucker gesüßte Nahrungsmittel solltest du meiden- nicht nur im Herbst.

Das Ziel mit der Herbstnahrung im Ayurveda-Kontex ist:
Bis in den November hinein kann mit der richtigen Ernährungsweise das Verdauungsfeuer intensiv zum Lodern gekommen sein, wie ein Hochofen mit erhöhtem Kalorienbedarf.

Schenke auch deinem ganzen Körper und deiner Seele während der Umstellung besondere Aufmerksamkeit und lenke deine Energie bewusst in dein Inneres. Alles was dich in deine Mitte bringt, wie entspannende Yogaübungen, Meditation oder auch Spaziergänge im bunten Herbstwald, hilft dir jetzt und auch für den Winter dein inneres Feuer zu erhalten und zu nähren.

Meine Empfehlung: lass dich durch den Winter begleiten mit meinem Kurs Starke Nerven, klarer Geist.