Heute möchte ich dir von Rasayana berichten. Rasayana ist der Prozess der Regeneration und Verjüngung im Ayurveda.
Der Traum von ewiger Jugend ist so alt wie die Menschheit. Im Ayurveda geht es aber um weit mehr. Denn wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind, können wir in jedem Lebensalter unser Potential voll leben und ausschöpfen. Unser Geist und unser Bewusstsein sind im Ayurveda daher genauso im Fokus, wie unser Körper.
Die ursprüngliche Definition von Rasayana stammt aus der alten ayurvedischen Schrift, der Charaka-Samhita. Hierin werden „Rasayanas als diejenigen Mittel“ (und Maßnahmen) bezeichnet, „die zu einem optimalen Zustand vom Nährgewebe Rasa und den anderen Geweben führen“.
Der Zustand aller Gewebe des Körpers soll also verbessert werden, wobei diese auch unser psychisches Befinden einschließen.
Rasayana ist mehr als die Anwendung bestimmter Nahrungsmittel. Es ist ein umfassendes ayurvedisches Konzept, das verschiedene Verfahren miteinander verbindet. Neben Rasayana-Nahrungsmitteln und -Heilpflanzen werden auch Massagen, Meditation und Entspannungstechniken eingesetzt.
Rasayana kann als Kur in einer Ayurveda-Klinik gemacht werden, aber auch zuhause als begleitete ambulante Kur.
Rasayana ist ein sehr großes Feld im Ayurveda. Die wichtigsten Punkte über den Ablauf und die Wirkung habe ich für dich im Folgenden zusammengestellt. Ich gebe dir dabei auch konkrete Rasayana-Mittel an die Hand, welche du gleich anwenden kannst. Denn mit Rasayana-Lebensmitteln kannst du dich bei Bedarf auch zuhause stärken.
Ojas und Agni
Unsere Abwehressenz, Ojas genannt, spielt eine wichtige Rolle für alle unsere Körperfunktionen, unsere Abwehrkräfte und damit auch für den Rasyana-Prozess. Ojas steht für unsere Lebenskraft und unsere Ausstrahlung.
Ojas hängt unmittelbar von unserer Verdauungsleistung ab. Denn wenn unser Verdauungsfeuer, welches im Ayurveda Agni genannt wird, nicht gut funktioniert, kann Ojas, die Lebenskraft nicht gehalten bzw. aufgebaut werden. Ojas kann sich hingegen immer dann vermehren, wenn wir uns gut ernähren und unser Stoffwechsel optimal arbeitet.
So können auch Rasayana-Mittel, wie z.B. regenerierende Nahrung vom Körper nur dann gut aufgenommen und optimal verstoffwechselt werden, wenn das Verdauungsfeuer/ Agni gut funktioniert.
Als Rasayana dienen also spezielle Nahrungsmittel, aber auch Heilpflanzen. Zu den regenerierenden Lebensmitteln zählen u.a. Mandeln, Ghee und auch Milch, da sie helfen Ojas aufzubauen. Stress dagegen reduziert Ojas.
Wie ist der Ablauf des Rasayana-Prozesses?
Als erstes muss festgestellt werden, wie das Verdauungsfeuer, also das Agni arbeitet. Können wir alle Nahrungsmittel, die wir uns zuführen richtig verstoffwechseln und aufnehmen? Hierfür benötigen wir ein optimal arbeitendes Agni, damit sich keine „Stoffwechselrückstände“, im Ayurveda Ama genannt, im Körper bilden, ansammeln und uns beschweren.
Aufgrund von Stress, falscher Nahrungszusammenstellung etc. wird Agni geschwächt und Ama sammelt sich an. In diesem Fall wird als erster Therapie-Schritt das Verdauungsfeuer gezielt angeheizt. Hierzu wird je nach Dosha entweder Ingwer, Langpfeffer oder Trikatu verwendet. Trikatu bedeutet, die „drei Scharfen“ und besteht aus einer Mischung aus gemahlenem Ingwer, Pippali und schwarzem Pfeffer.
Die Kombination dieser drei scharfen Gewürze bewirkt weit mehr als jedes einzelne für sich, da sich die scharfen Drei gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Ein gestärktes Verdauungsfeuer „verbrennt“ geradezu belastendes Ama im Körper.
Nach 2-3 Wochen, sobald das Verdauuungsfeuer optimal arbeitet und Ama, gelöst und „verbrannt“ wurde, folgt eine weitere ausleitende Maßnahme auf pflanzlicher Basis, abgestimmt auf das jeweilige Dosha.
Durch die Stärkung des Verdauungsfeuers/Agni und der anschließenden Ausleitung wird Platz für Neues geschaffen. Dies ist der optimale Zustand, in dem unser Körper die Rasayana-Mittel gut aufnehmen und verwerten kann. Nun folgt die eigentliche Aufbauphase, der Prozess des Rasayana – der Regeneration und Verjüngung im Ayurveda.
Regenerierende und aufbauende Rasayana
Allgemein gelten Nahrungsmittel und Pflanzen mit natürlicher Süße als aufbauend für alle Körpergewebe.
Süße Lebensmittel und Heilpflanzen vermehren Gewebe, insbesondere das Nervengewebe und fördern innerliche und äußerliche Geweberegeneration. Sie sorgen auch für eine gute Befeuchtung der Gewebe.
Besonders aufbauende und regenerierde Nahrungsmittel, sind: u.a, Mandeln, Kokosnuss, Datteln, Fenschelsamen, Leinsamen, Ginseng, Honig, Süßholz, Rosinen und weitere Trockenfrüchte, Sesamsamen, Yamswurzel und Honig.
Die aufbauenden Rasayana kannst du in Abstimmung mit dem persönlichen Dosha mit weiteren Gewürzen, wie z.B. Ingwer, Kardamom, Kurkuma o.ä. kombinieren. Koche diese in Milch mit einem halben Teelöffel Ghee, damit sie ihre volle Wirkung entfalten.
Was bewirken aufbauende Rasayana im Körper?
- vermehren die lebenswichtigen Körperflüssigkeiten, wie Blut und Lymphe
- bauen Muskel und Fettgewebe auf
- versorgen und stabilisieren die Gewebe
- beruhigen das Nervensystem
- verbessern die Schlafqualität
- beseitigen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schwäche
- sorgen für innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.
Bei folgenden Zuständen werden aufbauende Rasayana vorzugsweise verwendet:
- allgemeiner Schwäche
- Rekonvaleszenzphasen
- Burnout und Stressfolgen
- Abmagerung
- Kinderwunsch
- Abwehrschwäche
- Altersschwäche
Neben den allgemeinen aufbauenden Rasayana gibt es auch spezielle Rasayanas, die auf bestimmte Körperbereiche gezielt wirken. Diese wirken dabei harmonisierend, d.h. sowohl Überfunktionen als auch Unterfunktionen können von diesen Rasayanas ausgeglichen werden.
Spezielle Rasayana-Pflanzen für Frauen in der Lebensmitte!
Für den weiblichen Körper und die weiblichen Fortpflanzungsorgane gibt es einige Heilpflanzen, die besonders wirksam sind, da sie das Blut regenerieren und die Fottpflanzungsorgane befeuchten und nähren.
Sie verbessern laut Ayurveda Zustände von organischer Schwäche, die durch Krankheit, schlechte Ernährung oder auch als Folge vorzeitiger Alterungsprozesses, beispielsweise durch Stress, entstanden sind.
Regenerierende und nährende Heilpflanzen für Frauen:
U.a. der Saft der Aloe Vera, Angelikawurzel, Shatavari, Yamswurzel, aber auch Blüten von Hibiskus, Jasmin und Rose, aber auch Safran.
Viele dieser Pflanzen können in pulverisierter Form dem Essen zugegeben werden. Die Blüten kannst du sowohl pulverisieren als auch als Tee genießen.
Probiere es aus!
Auch für jedes der drei Dosha werden unterschiedliche Gewürze und Nahrungsmittel als Rasayana empfohlen. Deswegen habe ich für dich hier Rasayana-Rezepte für jedes einzelne Dosha zusammengestellt. Wenn du dich über die drei Doshas nochmals informieren möchtest, dann klicke hier.
Falls du dich z.B. nach längerer Krankheit oder in einer Stressphase wieder aufbauen und regenerieren möchtest, dann genieße den folgenden warmen Rasayana-Milchshake eine Weile lang am besten täglich.
Warmer Rasayana Milchshake für die drei Doshas
Grundlage des Shakes: je 0,25 Liter leicht erwärmte Bio- Frisch-Milch mit ½ Teelöffel Ghee und je 1 Teelöffel Honig und 50 ml Wasser in eine Mixer geben und mit folgenden Zutaten je nach Dosha mixen:
Zutaten Vata–Dosha:
3 Datteln, 5 Mandeln, einige Safranfäden, 1 Msp. Ingwerpulver, ½ Teelöffel Ashwagandha- Pulver.
Zutaten Pitta-Dosha:
3 Teelöffel Rosinen, 5 Mandeln, 1 Msp. Kurkuma, ½ Teelöffel Shatavari- Pulver.
Zutaten Kapha-Dosha:
1 Teelöffel Kürbiskerne, 2 getrocknete Aprikosen, 1 Msp, Ingwerpulver, 1 Msp. Pippalipfeffer gemahlen.
Ashwagandha, das Pulver der indischen Schlafbeere ist übrigens auch ein hervorragendes Rasayana für Männer. Ashwagandha gilt auch als Adaptogen, d.h. es hilft, die eigenen Stressresistenz zu erhöhen.
Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Ausprobieren der Rezepte und Heilpflanzen für Rasayana – Regeneration und Verjüngung im Ayurveda.
Falls du eine auf dich abgestimmte Rasayana-Kur machen möchtest bei der du z. b. gezielt bestimmte Körpergewebe regenerieren möchtest, dann melde dich gerne für weitere Infos zum Ablauf und Kosten unter [email protected].
